A Century with the Sitz im Leben. From Form-Critical Setting to Gospel Community and BeyondWednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Samuel Byrskog
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 1-27 The German expression Sitz im Leben celebrates 100 years of use in Biblical scholarship and continues to evoke scholarly attention and discussion. The growing interest in the social factors behind the formation of early Christian groups and their identities has its background in this century old notion. Gerd Theissen has repeatedly expressed the conviction that the sociological study of early Christianity is a way of shedding light on and expanding it.
Legionsschweine in Gerasa. Lokalkolorit und historischer Hintergrund von Mk 5,1-20Wednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Matthias Klinghardt
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 28-48 I. Fragestellung Die Erzahlung vom Exorzismus des Besessenen im Land der Gerasener (Mk 5,1-20) ist gepragt von dem extravaganten Schicksal des unreinen Geistes, der in eine Schweineherde fahrt, die sich in den See Genezareth sturzt und ertrinkt. Es ist gerade diese Extravaganz, die den Text in neuerer Zeit zu einem Paradebeispiel fur den methodischen Streit zwischen historischer und asthetischer Auslegung gemacht hat: Die historische Erklarung versucht, literarkritisch eine alteste Schicht des komplexen Textes herauszuschalen, um so einen historischen Exorzismus plausibel zu machen, zu dem dann auch die Schweineepisode gehort haben soll, wie neuerdings erwogen wurde. Wie so haufig, bleibt diese literarkritische Operation allerdings eine Erklarung fur das Wachstum dieser Urfassung schuldig. Auf der anderen Seite hat gerade das expressive Bild der sich in den See sturzenden und ertrinkenden Schweine eine ganze Flut von asthetischen, symbolischen und (tiefen)psychologischen Auslegungen angeregt. Auch wenn man sich darauf verstandigt, dass eine im weitesten Sinn >>symbolische<< Deutung auf der Ebene der Erstrezipienten historisch wahrscheinlich zu machen ist, bleibt naturlich die Frage, welche textexternen Informationen bei Lesern vorausgesetzt werden konnen und wie sie fur das Verstandnis nutzbar zu machen sind.
Zwischen Johannes und Ignatius. Theologischer Widerstreit in den Gemeinden der AsiaWednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Ulrich B Muller
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 49-67 Mit dem Seher Johannes und dem Bischof Ignatius von Antiochien erscheinen zwei ganz verschiedene Gestalten im eng begrenzten Kirchengebiet der romischen Provinz Asia. Erweckt der eine den Eindruck, keines der institutionalisierten Gemeindeamter zu beachten, so tritt der andere als leidenschaftlicher Verfechter des Bischofsamtes auf. Weniges scheint die beiden zu verbinden, immerhin aber eine vergleichbare Nahe zum Gedanken des Martyriums, wenn der eine, Johannes, doch wohl zwangsweise, d.h. >>um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses Jesu<< (Offb 1,9), auf der Insel Patmos weilte, der andere, Ignatius, ganz entschlossen dem Martyrertod in Rom entgegensieht (z. B. IgnRom 1,2; 4,1 - 7,3). Ansonsten begegnet eher Trennendes, wenn man Johannes und Ignatius vergleicht. Johannes lebt ganz in der Bibel des Alten Bundes, wenn er alttestamentliche Schriftstellen standig benutzt, ohne die Zitate als solche zu kennzeichnen; Ignatius bezieht sich auf die >>Urkunden<
Gibt es religionsgeschichtliche Parallelen zur Taufe fur die Toten (1Kor 15,29)?Wednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Dieter Zeller
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 68-76 Zunachst einmal muss gegen alle Versuche, die Stelle >>dogmatisch korrekt<<>>an Stelle von<>zugunsten von<
Kirche im Anschluss an Paulus. Aspekte der Paulusrezeption in der Apostelgeschichte und in den PastoralbriefenWednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Jens Schroter
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 77-104 Die Apostelgeschichte und die Pastoralbriefe gehoren zu derjenigen Auspragung des fruhen Christentums, die sich dem Erbe des Paulus verpflichtet wusste. Diese Richtung, die gelegentlich mit dem missverstandlichen Begriff >>Paulusschule<<>>Schule<< gehort hatten, der man sogar einen bestimmten Ort zuweisen konne, wird man dagegen kaum sagen konnen. Vielmehr wird das Erbe des Paulus hier auf verschiedene Weise fortentwickelt und fur die entstehende Kirche fruchtbar gemacht.
The cura morum of the Roman Censors as Historical Background for the Bishop and Deacon Lists of the Pastoral EpistlesWednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Boris A Paschke
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 105-119 Introduction With regard to ancient parallels to the required qualifications for , and listed in 1Tim 3,1-13 and Tit 1,5-9 a clear consensus among recent commentators of the Pastoral Epistles exists. In (consciously) following the much older works of Jacobus Wettstein, Martin Dibelius, and Anton Vogtle they all point towards the so-called Berufspflichtenlehren, i.e. duty codes for a specific occupation, of the Greco-Roman world. Donald Guthrie, for instance, writes: "In Greek circles parallel lists were current for various occupations, such as kings, generals, midwives. The qualities required for Christian administrators are strikingly similar in many particulars."
The Son of God and the Angelomorphic Holy Spirit: A Rereading of the Shepherd's ChristologyWednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Bogdan G Bucur
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 120-142 1. Introduction The Shepherd of Hermas is "one of the most enigmatic writings to have come down to us from Christian antiquity"; it "bristles with problems, both literary and theological." From a doctrinal point of view, it is puzzling that this text never scandalized its contemporaries or later Orthodoxy. Indeed, if the Christology of this writing "is what most interpreters say it is it is strange that this immensely popular document of the early church was never condemned for Christological heresy."
Cana-to-Cana or Galilee-to-Galilee. A Note on the Structure of the Gospel of JohnWednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Peter-Ben Smit
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 143-149 Often, the second section of John, after the prologue, is identified as John 2,1-4,54 and described as a Cana-to-Cana-cycle, introducing Jesus' ministry, bracketed by his first two signs (John 2,11; 4,54). This thesis has been foregrounded powerfully by (a.o.) Moloney, whereas other options exist as well. According to Moloney, the cycle begins with John 2,1-11, which is followed by the cleansing of the temple (2,13-22), a summary of Jesus' signs in Jerusalem together with Jesus' cardiognosy (John 2,23-25), the conversation with Nicodemus (John 3,1-13.14-21), the discussion of the relationship between John the Baptist and Jesus (John 3,22-36), the water of life discourse and the Samaritans' response to Jesus (John 4,1-42), and the concluding healing miracle in Galilee (John 4,43-54). The latter counts as Jesus' second sign (John 4,46) and is preceded by a reminder of the first sign (cf. John 2,11). This subsection of John itself is included in the larger narrative of Jesus' public ministry (John 1,19-12,50) after which John's passion narrative begins. The purpose of this literary unit is to clarify John's concept of appropriate faith: doing the will of God (John 4,34). This kind of faith is exemplified by the royal official at Cana (John 4,43-54).
Mit Kain kam der Tod in die Welt. Zur Auslegung von SapSal 2,24 in 1 Clem 3,4; 4,1-7, mit einem Seitenblick auf Polykarp, Phil. 7,1 und Theophilus, Ad Autol. II, 29,3-4Wednesday, February 07, 2007, 5:00:00 PM Jan Dochhorn
Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und Kunde der Alteren Kirche 98(1part2): 150-159 1. SapSal 2,24 und 1 Clem 3,4; 4,1-7 Die Sapientia Salomonis, eine fruhjudische Weisheitsschrift, die vermutlich dem ersten Jahrhundert nach Christus entstammt, konstatiert an einer Stelle, dass der Tod durch den Neid des Teufels in die Welt gekommen sei (2,24: ). Diese Aussage wird gewohnlich mit der Geschichte von Adam und Eva im Garten Eden (Gen 3) in Verbindung gebracht; dies gilt fur die neuere Forschungsliteratur gleichermassen wie fur die altkirchliche Uberlieferung; man vergleiche etwa die Auslegung in dem nach wie vor beachtlichen Kommentar von Fichtner oder - als patristische Zeugnisse - Cyprian, Zel. 4 (CChr.SL IIIA, 76-77) und Hieronymus, Ep. 118,18,1 (CSEL 56, 329). Der wichtigste Grund fur diese Auslegung durfte darin bestehen, dass unmittelbar zuvor von der Unsterblichkeit und vor allem von der Gottebenbildlichkeit des Menschen die Rede war (SapSal 2,23: [>>denn Gott schuf den Menschen zur Unsterblichkeit, und zum Ebenbild seiner eigenen Ewigkeit/Eigenheit machte er ihn<